Meine Hunde als Blutspender.

Durch einen Notfall und einen Aufruf, dass ein Hund als Blutspender gesucht wird, habe ich drei meiner Hunde testen lassen, da sie von ihrer koerperlichen Konstitution in Frage kommen koennten.

Der Aufruf kam ueber eine Tierklinik in der Naehe.

Nach mehreren verwirrenden Informationen im Netz, habe ich die Klinik direkt kontaktiert und meine Hunde angeboten.

Es wurde ein Termin vereinbart und so bin ich mit Sloughi, Azawakh und Galgo Espanol in der Klinik aufgeschlagen. Ein nicht alltaeglicher Anblick wie man an den Reaktionen der weiteren Patientenbesitzer sehen konnte – aber das bin ich ja gewohnt 😂

In diesem Termin wurde allen drei eine geringe Menge Blut aus einer Vene am rechten Hinterlauf abgezapft.

Waehrend Azawakh und Galgo die Prozedur klaglos und stoiisch ueber sich ergehen liesen, entpuppte sie die Slougha als Jammerlaeppchen und erst ein zarter Biss ins Ohr meinerseits, lenkte sie so ab, dass ein Anstich moeglich wurde. Ich hatte ja darauf gewettet, dass der Azi seinen Unmut kundtun wuerde – aber nein, der zuckte nichtmal mit der Wimper beim Einstich.

Da auch ich erst unsicher war, ob ich meine Hunde als Blutspender zur Verfuegung stelle, habe ich mich in das Thema eingelesen und einige Informationen gesammelt. Ich bin Laie und kein Tierazt. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Bei Zweifeln bitte den eigenen Tierarzt konsultieren.

Was sind den nun die Voraussetzungen um Blut spenden zu duerfen und ueberhaupt hatte ich da ein paar Fragen.

1. Schadet die Blutspende meinem Hund?

Nein, es ist eher eine Verjuengungskur fuer das Blut. In ca. 3 Wochen ist alles nachgebildet. Weiter wird das Blut untersucht und so eventuelle Krankheiten entdeckt.

2. Wie alt sollte mein Hund sein?

Nicht juenger als 2 Jahre und nicht aelter als 10 Jahre.

3. Wieviel Blut wird abgenommen?

Ca. 300 bis 500 ml. Kommt natuerlich auch auf die Groesse und Gewicht des Hundes an. In meinem Fall sprechen wir von einem 25 kg Hund.

4. Wie oft ist eine Blutspende moeglich?

Etwa alle drei Monate ohne das es dem Hund schadet.

5. Kann auch ein hippeliger Hund Blut spenden?

Ja, in dem Fall wird ein Beruhigungsmittel verabreicht. Nur falls es notwendig ist – das ist KEINE Betäubung!

6. Wieviel Blut hat ein Hund?

Ca. 90 ml pro Kilogramm Koerpergewicht. Im Falle meiner Galga also ca. 25 x 90 = 2250 ml. ( 2,25 Liter). Zum Vergleich, der Mensch hat rund 5-6 Liter bei ca. 70 kg Koerpergewicht (Quelle: Google).

7. Darf ein Hund spenden der selbst schon eine Transfusion hatte!

Nein.

8. Wie lange dauert eine Blutspende?

Ca. 5 – 10 min. dauert der eigentliche Vorgang. Es werden Plasmabeutel wie bei menschlichem Blut verwendet.

9. Wie viele Blutgruppen gibt es bei Hunden?

Zurzeit werden bei Hunden 13 Haupt-Blutgruppen unterschieden, die weiter unterteilt werden, sodass es mehr als dreißig Hunde-Blutgruppen gibt. 

  • Die Blutgruppen der Hunde werden als Dog Erythrocyte Antigene, kurz DEA, bezeichnet. Beispielsweise könnte der Hund der Blutgruppe DEA 1.1 positiv angehören. 
  • Für Transfusionen sind die DEA 1.1 und DEA 1.2 sowie die DEA Serien 3.0 bis 7.0 besonders interessant. Insbesondere die Blutgruppe DEA 1.1 negativ ist aufgrund der stärksten antigenen Wirkung gut für die Bluttransfusionen bei Hunden geeignet.

10. Ist jede Blutgruppe mit jeder Blutgruppe verträglich?

Bei der 1. Transfusion ja, möglichst sondieren die Tierärzte aber nach positiv zu positiv und negativ zu negativ.

11. Welcher Hund ist nicht geeignet für eine Blutspende?

Hunde die gesundheitliche Probleme haben oder bei denen der Verdacht auf Gesundheitsschäden besteht

– Hunde unter 20kg

– Hunde unter 2 und über 10 Jahren

– Hunde aus südl. Ländern die Träger von Leishmanien u.a. sein können. Hier wird wohl auch eine Ausnahme gemacht, sofern kein anderer Spender greifbar waere. Jedoch wird abgefragt, ob ein negatives Profil ueber Mittelmehrkrankheiten beim Hund vorliegt.

– übergewichtige Hunde

– Hunde die Medikamente einnehmen müssen

12. Kann jeder Tierarzt eine Blutspende nehmen?

Ja, sofern er in seiner Praxis entsprechend ausgerüstet ist.

13. Kostet mich die Blutspende etwas?

Nein, nur Zeit und Geduld.

14. Wo für wird die Blutspende benötigt?

In akuten Notfällen, z.B. bei Autounfällen, plötzlich auftretender Anämie, Vergiftungen mit Rattengift, hoher Blutverlust durch Beißereien, Operationen etc.

15. Wo wird meinem Hund Blut abgenommen?

Bei meinen Hunden wurde das Blut am Hals abgenommen. Savannah stand dazu auf dem Tisch. Den Kopf habe ich gestreckt nach oben gehalten. Sie liess die Prozedur ohne jammern ganz still über sich ergehen. Imani wurde das Blut im liegen abgenommen. Sie war nicht ganz so ruhig wie Savannah und bekam ein sanftes Beruhigungsmittel (keine Narkose).

16. Wird das Blut direkt von Hund zu Hund übertragen?

Nein, es kommt in einen Plasmabeutel, wird durch Bewegung und Kühlung frischgehalten und dann aus dem Beutel dem Notfall-Hund gegeben.

So, mehr Fragen sind mir nicht eingefallen. Alle Angaben ohne Gewaehr. Ich bin Laie und kein Tierarzt. Bei Zweifeln bitte den eigenen Tierarzt fragen. 😉

Und warum mache ich das Ganze? Ganz einfach. Erstens schadet es meinen Hunden nicht. Zweitens helfe ich so direkt einem anderen Hund. In meinem Fall einer Galga die ich im Wartezimmer noch kennen lernen durfte. Drittens kenne ich jetzt die Blutgruppen meiner Hunde. Viertens bin ich jetzt als Hundehalter wieder ein Stueck schlauer! Und Fuenftens weiss ich jetzt, dass meine Hunde keine Krankheiten haben. Und Sechstens – es kann jeder in die Situation kommen, dass er einen Blutspender fuer seinen Hund benoetigt! Somit wäre es wünschenswert wenn sich mehr Halter zu diesem Schritt entschliessen könnten, deren Hunde ins Raster passen.

Auf Nachfrage haben sich bei diesem Aufruf nur 2 Windhundhalter mit ihren Windhunden gemeldet. Ein Grey der leider nicht in Frage kam sowie meine 3.

Man kann sich registrieren lassen und ich erachte dies auch für sinnvoll. Bei uns geht das beim Zentrum fuer Tiergesundheit,

Im Rollfeld 58, 76532 Baden-Baden

eMail: info@tierarzt-baden-baden.de

Tel.: 07221/92032 – 0

Im Notfall wird man dann kontaktiert. Leider ist eine Bevorratung von Blutkonserven, aufgrund der kurzen Lagerungszeit von max. 4 Monaten recht unpraktisch.

So, dass war mal mein kurzer Erfahrungsbericht. Bei Fragen zu dem Thema ist euer Tierarzt gerne euer Ansprechpartner 😉

Bleibt mir nur noch dem zu operierendem Hund und den Halter die Daumen zu druecken 👍🏻😊. Das Ergebnis werde ich sicher noch erfahren.