Kaum da – schon isser wieder weg…..,

…….der Podi, die Galgolette oder der Hund ueberhaupt!

Kennt man, oder?! Taeglich liest man Suchmeldungen zu ausgebüxten Hunden auf Facebook.

Oft natuerlich Neuankoemmlinge aus dem Tierschutz, die oft die kleinste Chance zur Flucht nutzen. Ist ja auch kein Wunder, wenn man sich einmal in das Seelenleben des Hundes versetzt. Viele neue Situationen, Umgebungen und Menschen, mit denen die meisten ja schlechteste Erfahrungen hinter sich haben.

Aber auch alteingesessene Hunde, die mal kurz die Biege machen, weil irgend ein Reiz in der Natur im Gehirn die Prioritaet gesetzt hat dem Reiz zu folgen und das klaegliche Gezeter des Frauchen oder Herrchen zu ignorieren. Wobei diese Hunde meist selbst zurück kommen und auch den Weg nach Hause finden. Die Frage ist nur wann 😉

Das kennt sicher jeder Hundehalter und auch ich bin schon bei stroemenden Regen im winterlichen Wald gestanden, als ein Wildschwein unseren Weg gekreuzt hat und mein Podi meinte: Hey, nix wie hinterher.

Auch mit einem am Tag der Ankunft ausgebüxten Podenco wurde ich schon konfrontiert. Und ich mache da auch keine Vorwuerfe, dass kann jedem passieren. Dafuer sind dann die Tierschutz-Uschis (und Horsts) da, die einem die eigene Unzulaenglichkeit unter die Nase reiben, bis sich der Brechreiz gehoer verschafft. Bevorzugt bei Facebook. Nur helfen tut das keinem, weder Hund noch Besitzern.

Im Falle des ausgebuexten Podencos wurde ich um Hilfe gebeten und da es nur drei Ortschaften weiter war, war das keine Frage fuer mich. Zumal es mich auch interessiert hat, ob sowas überhaupt funktionieren kann, einen Neuankömmling wieder einzufangen.

Es wurde eine Lebendfalle organisiert und eine meiner Wildkameras aufgehaengt.

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Und tatsaechlich war der Podenco, obwohl er erst ein paar Stunden bei den neuen Besitzern war, schon auf einen Ort fixiert. Naemlich den Garten der neuen Hundebesitzer. Was somit ein klarer Glücksfall war und wohl den übrigen Hunden der Familie zuzuschreiben ist.

Illusionen braucht man sich keine machen, der Hund war noch jung und das war dass Glueck. Er wurde auch täglich mehrmals von mir in der unmittelbaren Umgebung gesichtet. Meine Spaziergänge hatte ich in die Region verlegt, um die Gegend kennen zu lernen und eventuelle einen weiteren Standort für eine Falle zu finden, oder gar einen Unterschlupf des Hundes (Schuppen, Gartenlaube oder ähnliches) zu entdecken.

Der Podenco ist uns immer mit Abstand gefolgt. Der Versuch ihn in ein umzäuntes Grundstück zu locken, scheiterte leider. Die Grenze zur Tür, obwohl neugierig, hat er nicht überschritten.

Es war fuer mich ein Riesenakt ueber zwei Wochen die Besitzer zu beruhigen und in der Spur zu halten, damit der Hund nicht durch unsinnige Anlockaktionen bei Sichtungen vertrieben wird. Die Kamera wurde taeglich von mir kontrolliert, dass Futter in kleinsten Dosen ergaenzt, er sollte ja hungrig bleiben, und die Falle sollte unberuehrt bleiben um nicht allzuviel menschliche Witterung zu verteilen.

Die Falle wurde erst offen gestellt und nicht scharf gestellt, damit sich der Hund an den neuen Futterraum gewöhnen konnte. Er nahm das Futter auch regelmässig an. Erst nachdem die Falle scharf gestellt war, mied er den Kasten. Darauf hin liessen wir ihn aushungern und zuletzt wurden stinkige Ölsardinen in der Kiste plaziert.

Und TSHAKKA….wir hatten ihn! Eines frühen Morgens kam der Anruf. Der Reiz der Dose Ölsardinen war grösser. Zur Sicherheit haben wir die Falle samt Hund in die Garage getragen, dass Tor verschlossen und dort holte ich den Podenco, mit Bißschutz an den Händen, aus dem Käfig. Wie man sich vorstellen kann war die Erleichterung gross.

Falle Podenco

Die Alternative wäre gewesen, sofern die Falle nicht angenommen worden wäre, den Hund mittels Narkosegewehr zu immobilisieren. Das wäre in diesem Falle auch sicher machbar gewesen, da er sich ja immer bei meinem Spaziergängen gezeigt hat.

Jedoch sind auch da grosse Risiken vorhanden, weswegen ich einer Lebendfalle immer den Vorzug geben würde.

Eine Narkose wirkt nie sofort, der Hund kann noch eine gute Wegstrecke zurücklegen. Somit wäre es unerlässlich, dass man einen verlässlichen Suchhund hat, der der Fährte folgen kann. Das Narkosemittel muss auf das Körpergewicht abgestimmt sein. Zuviel kann tödlich sein, zu wenig nicht wirksam.

Somit sind hier absolute Profis gefragt, die dass in der Regel auch beruflich ausüben. Im Internet sind wenige Profis zu finden, die sich auf ausgebüxte Hunde spezialisiert haben. Natürlich und verständlicherweise, gegen Bezahlung. Das ist natürlich nicht gerade billig, wenn man den ganzen Zeitaufwand misst der in der Regel benötigt wird. Aber das sollte man dann eben auch unter Lehrgeld verbuchen!

Lebendfallen können vielerorts über Vereine gegen Kaution ausgeliehen werden. Jedoch bringt es auch hier nichts, die Lebendfalle einfach irgendwo zu plazieren und somit ist auch hier ein gewisser Sachverstand gefragt. Alle laienhaften Versuche vergrämen den Hund eher, als das sie zum Erfolg führen. Deshalb gilt auch hier, Profi kontaktieren und unbedingt die Ratschläge befolgen.

Die beste Massnahme ist aus meiner Sicht immer noch, den Hund einfach perfekt zu sichern, das eigene Grundstück auf Schwachstellen zu checken und sich einfach darüber im klaren zu sein, dass man erstmal 100% auf der Hut sein muss um ein ausbüxen zu verhindern, bis sich der Hund etwas eingewöhnt hat. Dann klappts auch mit dem neuen Bewohner.

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